Reverse Calabash – das Luftschloss im Holm

Okay, Reverse Calabash als „Luftschloss im Holm“ zu bezeichnen ist wohl etwas reißerisch. Es geht schließlich nicht um einen unerreichbaren Wunschtraum, sondern um ein ganz profanes Bedürfnis, welches viele Pfeifenraucher haben.

Das Bedürfnis ist ein möglichst ungetrübter Geschmack des Pfeifentabaks. Und damit natürlich auch die Möglichkeit, die verschiedenen mal mehr, mal weniger fülligen Aromen im Tabak am Gaumen präsentiert zu bekommen. Hierbei ist es hilfreich, wenn der Rauch kühl und trocken ist. Für beide Wünsche gibt es eine Lösung, die im Grunde so einfach wie wirkungsvoll ist -Reverse Calabash.

 

Kühlkammer

Das von der Calabash-Pfeife bekannte Prinzip der großen Kammer zur Kühlung des Rauches wurde vom Kopf in den Holm verschoben.  Reverse Calabash-Pfeifen geben sich häufig, aber nicht zwangsläufig durch einen voluminösen, gelegentlich „fetten“ Holm zu erkennen. Die Kammer kann mitunter aber auch in einem weit aufgebohrten Holm versteckt sein -man will ja nicht immer und überall auffallen. Allerdings kann die daraus resultierende geringe Wandstärke des Holmes ein enormes Bruchrisiko bergen.

Reverse Calabash
Gut erkennbar: die große Verwirbelungskammer im Holm

Der Grundgedanke von Calabash und entsprechend natürlich Reverse Calabash ist, dass der gezogene Rauch mehr Platz hat, Wärme und Feuchtigkeit abzugeben. In der Regel bewirkt die Konstruktionsweise der Kammer eine Verwirbelung des Rauches, um ihm mehr Gelegenheit zur Abkühlung zu geben. Der auf diese Weise erzielte Effekt ist eine attraktive Alternative zur Lesepfeife, bei der der Rauch ebenfalls deutlich abgekühlt wird, hier jedoch ausschließlich durch den Weg durch das lange Mundstück. Für den Raucher bieten sich gleich zwei Vorteile: kühlerer Rauch neigt weniger dazu, an der Zunge zu brennen und lässt die Aromen des Tabaks klarer erschmecken.

Revers Calabash-System
Funtionsprinzip Reverse Calabash

Systemvergleich

Alle drei Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Das lange Mundstück einer Lesepfeife schränkt die Handlichkeit ein,   bringt aber eine gewisse Distanz zwischen aufsteigendem Rauch und Augen, was beim lesen und bei ähnlichen Anlässen vorteilhaft ist. Eine Calabash gilt als Königin der Pfeifen, ihr voluminöser Hohlraum und der ebenfalls sehr großzügige Bereich Holm/ Mundstück erbringt eine Wirkung, die mit den beiden anderen Optionen kaum mit verhältnismäßigen Abmessungen erreichbar sein dürfte. Allerdings bedarf es schon einigen Mutes, eine solch auffällige Pfeife mit ausladenden Proportionen in der Öffentlichkeit zu rauchen. Die Reverse Calabash bietet die gewohnten Rauchumstände bezüglich Größe, Auffälligkeit und Handhabung. Nachteile konnte ich bislang noch nicht feststellen, außer dem dicken Holm vielleicht, der ja auch nicht jeder Vorliebe in Sachen Pfeifendesign Stand hält. Ich persönlich habe mit mittlerweile sogar eine Vorliebe für Pfeifen mit Reverse Calabash-System entwickelt. Eine schöne Pfeife zu einem durchaus vertretbaren Preis ist die Chris Morgan Black Jack 15. Sie ist kompakt, gedrungen, gestaucht. Und knuffig.

Chris Morgan Black Jack 15
Chris Morgan Black Jack 15

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