5 (offene) Geheimnisse für mehr Vergnügen mit der Zigarre

5 (offene) Geheimnisse für mehr Vergnügen mit der Zigarre

Wer eine Zigarre raucht erwartet auch etwas von dem Erlebnis. Im Laufe der Zeit mag die Erwartungshaltung Veränderungen durchlaufen, doch bleibt ihr eine Gewissheit: der Zigarrenraucher wird sie niemals aufgeben. Natürlich unterscheiden sich alle Zigarren von einander. Die eine hat hiervon ein bisschen mehr, davon ein bisschen weniger. Und zusätzlich eine Brise von jenem. Doch damit das „Erlebnis Zigarre“ auch veränderten Erwartungshaltungen gerecht werden kann, bedienen sich erfahrenere Afficionados mancher Tricks, die eine großartige Wirkung erzielen können.

Der Kaltzug

Wahrscheinlich jeder Zigarrenraucher riecht an der Zigarre, wenn er sie aus der Verpackung befreit hat. Der Kaltgeruch kann viele Aromen bereits erahnen lassen, die sich später beim Rauchen der Zigarre wiederfinden. Heu, eine frisch gemähte Sommerwiese, Torf oder Mooskönnen sich in diesem Duft andeuten. Nase und Zunge ergänzen isch gegenseitig, allerdings sind beide darauf angewiesen, zu lernen und zu vergleichen. Nehmen wir also den Geruch von frischem Heu nicht im Kaltgeruch wahr, wird es sehr schwierig, dieses Aroma im Rauch der Zigarre auszumachen. Nase und Gaumen unterstützen sich sozusagen gegenseitig bei der Identifikation der wahrgenommenen Reize. Wenn wir dem Gaumen nicht die Chance geben, einen bekannten Duft wieder zu erkennen, nehmen wir uns selbst eine guten Teil des Erlebnisses, welches die Zigarre uns beschert. Stellen Sie sich nur vor, einen durchgereiften Hartkäse zu verzehren, ohne seine verheißungsvollen Aromen zuvor nasal erfasst und ausgewertet und haben. Würden Sie das tun? Wahrscheinlich nicht. Nachdem Sie nun die Nase auf die bevorstehende Freude vorbereitet haben, freut sich der Gaumen auf ein paar Informationen. Sobald Sie die Zigarre rauchfertig angeschnitten haben empfiehlt es sich, einen Zug ohne Glut zu nehmen. Dabei können Sie einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Aromen -zumindest im ersten Drittel der Zigarre- erlangen. Wenn Sie dann noch die Retrohalation anwenden (siehe unten) können Sie sicher sein, einen umfangreichen Vorgeschmack auf die Zigarre zu erhalten. Und auch eine gute Vorbereitung auf komplexer komponierte Zigarren. Bauen Sie dieses kleine Ritual in ihre Zigarrenrituale ein und Sie werden eine deutliche Veränderung in der Wahrnehmung der Aromenvielfalt einer Zigarre erfahren.

Drehen Sie die Zigarre 

Durch den Aufbau und Herstellungsprozess einer Zigarre ist ein gewisser Risikofaktor bedingt, der sich auf das Brennverhalten bezieht. Blattadern und Verholzungen werden zwar aus den Tabakblättern bestmöglich aussortiert, dennoch ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich in den verbliebenen Tabakblättern Bereiche befinden, die von einer größeren physikalischen Dichte und somit langsamerem Abbrand bzw. Verglimmen gekennzeichnet sind. Neben dem Hitzeresistenz des Tabakblattes selbst spielen auch andere physikalische Gesetze eine Rolle. Hitze steigt nach oben; die Oberseite der Zigarre neigt folglich eher dazu, schneller zu verglimmen, als die Unterseite. Dies mag nur einer der Effekte sein, die  Schiefbrand verursachen, sollte aber nicht außer Acht gelassen werden. Drehen Sie die Zigarre langsam und kontinuierlich, um dieses Phänomen einzudämmen. Das ist nicht das ultimative Allheilmittel, kann aber zumindest nicht nachteilig sein.

Manche Zigarrenfreunde raten, im Falle eines Schiefbrandes unterstützend Speichel auf die schneller brennende Seite aufzubringen, direkt unterhalb der glimmenden Kante. Dadurch soll die Temperatur gesenkt und ein „Aufholen“ der anderen, langsameren Seite ermöglicht werden.

 

Retrohalieren

Bei Zigarren geht es neben Ritualen vor allem um den Geschmack. Allerdings treten hier zwei Schwierigkeiten auf: Duft und Geschmack hängen zwar sehr eng zusammen, eine Empfindung allein kann aber die andere nicht ersetzen. Das bedeutet im Grunde: wir können nicht schmecken, ohne zu riechen. Die Zunge kann süß, sauer, bitter und salzig unterscheiden, den Rest des Geschmackserlebnisses verarbeitet sie Nase. Beim Rauchen einer Zigarre ist es folglich ebenso wenig förderlich, den Rauch lediglich in der Mundhöhle zu belassen, wie ihn zu inhalieren. Inhalieren ist der schlimmste Versuch, Aromen zu identifizieren, da weder Luftröhre noch Lunge über Geschmacksknospen verfügen. Nicht ganz so aussichtslos, aber dennoch zuträglicher als beim inhalieren, ist den Rauch einzig in der Mundhöhle zu belassen. Immerhin können hier grobe Richtungen der Aromenvielfalt wahrgenommen werden.

Um jedoch genau die Aromen aus einer Zigarre herausschmecken zu können, die vom Hersteller und in Reviews gerne beschrieben werden, bedarf es einer Verfeinerung der Rauchtechnik. Dazu wird der Rauch durch die Nase langsam wieder ausgeatmet. Die Nase hat dadurch Gelegenheit, auch eher schwach ausgeprägte Nuancen aufzunehmen und der Zigarre somit eine größere Vielfalt dessen zu entlocken, was tatsächlich in ihr schmeckt. Finden Sie die Aromen von Kaffee, Schokolade, Erde, Heu, Kokosnuss, Mandeln, Pfeffer und was es sonst nicht an Eindrücken gibt, die man im Rauch einer Zigarre entdecken kann.

In Verbindung mit dem Kaltzug kann sich Ihr Blickwinkel auf ein und die selbe Zigarre plötzlich verändern.

Es gibt zwar auch Möglichkeiten, den Rauch nasal aufzunehmen, nachdem er aus der Mundhöhle entwichen ist, diese sind allerdings schwieriger zu erlernen und führen auch nicht unbedingt zu einem besseren Ergebnis.

 

Gönnen Sie der Zigarre Ruhe

Wenn man eine Zigarre raucht, um sich zu entspannen, ist es widersinnig, so schnell wie möglich mit ihr fertig werden zu wollen. Eine Zigarre kann erst auf Seele und Gaumen wirken, wenn man ihr die Zeit gibt, die sie braucht und verdient. Manche rauchen eine Zigarre während einer Sportübertragung im Fernsehen, andere bei der Lektüre eines guten Buches, die nächsten sitzen lieber mit der Zigarre und einem harmonierenden Getränk auf der Bank im Garten. Wie auch immer Sie Ihre Zigarre bevorzugt genießen: genießen Sie die Zigarre in Ruhe! Als Faustregel gelten gemeinhin 1-2 Züge in der Minute. Diese grobe Faustregel würde ich aber nicht zu ernst nehmen, da die Zigarre selbst die Häufigkeit vorgibt. Erfolgen die Züge zu selten könnte die Zigarre ausgehen, zieht man zu oft wird sie heiß und kann ihre Aromen nicht mehr voll entfalten.

 

Degasierung

Gerade bei Zigarren mit größerem Umfang und/ oder Länge kommt es häufiger vor, dass sich das Aroma im Verlauf des Zigarre nachteilig verändert. Der Rauch, den Sie durch die Zigarre ziehen, enthält nicht nur Duft und Wärme, sondern auch ätherische Öle, die sich im Tabak absetzen und dadurch auch den Rauch, der im weiteren Verlauf entlang der Ablagerungsstellen gezogen wird, beeinflussen. Eine einfache und schnelle Abhilfe schafft die Degasierung. Sucht man im Internet nach diesem Begriff, so finden sich unzählige Abhandlungen in epischer Länge. Kurz: anstatt zu ziehen pusten Sie in Richtung der Glut und Beförderung einen erheblichen Teil der Verursacher der Geschmacksveränderung aus der Zigarre hinaus.

 

Übrigens: Zigarren erhalten Sie in unserem Online-Shop Zigarre&Pfeife.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: